Tilman2007, Zeil_am_Main,_Oberes_Tor,_001, CC BY-SA 3.0
Touristische Unterrichtungstafeln (Hinweisschilder) befinden sich auf der A70.
Zeiler Hexenturm Dokumentationszentrum
Hexenturm
Obere Torstraße 14
97475 Zeil am Main
hexenturm@zeil-am-main.de
09524/949-861
https://www.zeiler-hexenturm.de/
https://de.wikipedia.org/wiki/Zeil_am_Main
Obere Torstraße 14
97475 Zeil am Main
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09524/949-861
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https://de.wikipedia.org/wiki/Zeil_am_Main
erstellt:
21.06.2020
aktualisiert:
11.01.2024
Den Bürgermeister seiner Stadt von vor 500 Jahren namentlich zu kennen, ist eine seltene Begebenheit. In einer kleinen Stadt mitten in den Haßbergen, in Zeil am Main, scheint diese Regel allerdings nicht zu gelten. Der Ort wirkt ganz normal: kleine Straßen, Kopfsteinpflaster und eine Stadtmauer, die von einem Turm mit grauem Dach geziert wird. Betritt man diesen Turm, landet man allerdings plötzlich in einem Kerker, in dem auch der Bürgermeister von vor 500 Jahren saß: Johann Langhans. Warum aber ist dieser Name heute noch so präsent? Johann Langhans besaß ein Tagebuch, das heute noch in einer Dauerausstellung im Nebengebäude des Turmes ausgestellt ist. In diesem Tagebuch hielt er Protokoll über eines der dunkelsten Kapitel der Stadt: die Hexenverfolgung. Die Stadt Zeil war als Richtstätte des Hochstifts Bamberg nämlich verantwortlich für mehrere hundert Getötete, alles unter dem Vorwurf der Hexerei. Fast ein Drittel dieser Opfer waren übrigens Männer, viele davon Reichsherren der Stadt. Unter der Macht eines katholischen Bischofs sollte so gegen den aufkeimenden Protestantismus vorgegangen werden. Gepaart mit Aberglaube und dem aufkommenden Teufelsglauben, wurde die Hexenverfolgung immer weiter legitimiert. Die Dunkelziffer der Morde ist hoch, Johann Langhans selbst wurde 1628 als Hexenmeister verbrannt. Heute wird im Dokumentationszentrum „Zeiler Hexenturm“ auf diese Geschichte aufmerksam gemacht. An persönlichen Geschichten der über 600 getöteten Unschuldigen lernen wir die Missstände der Zeit kennen. Eines ist dem Zentrum dabei besonders wichtig: Die Mechanismen hinter Ausgrenzung verstehen und Menschen zeigen, wohin sie führen kann.
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