Walter J. Pilsak, Waldsassen, Falkenberg-Brauhaus, CC BY-SA 3.0



Touristische Unterrichtungstafeln (Hinweisschilder) befinden sich auf der A93.

Windischeschenbach-Neuhaus Zoigl-Brautradition
Tourist-Information
Hauptstraße 34
92670 Windischeschenbach
stadt@windischeschenbach.de

09681 401240

https://windischeschenbach.de/
https://de.wikipedia.org/wiki/Zoigl
erstellt:
07.07.2020
aktualisiert:
23.04.2024
Wer durch die Straßen Windischeschenbachs oder den zugehörigen Gemeindeteil Neuhaus läuft, dem wird auffallen, dass an vielen Häusern ein braun-schwarzer Eisenstern hängt, der an den Davidstern erinnert. Auch, wenn dieser Stern nicht dem Judentum gewidmet ist, spiegelt er doch eine Art der Religion der Orte wieder: das Zoigl-Bier. Der sogenannte Zoiglstern ist nämlich das Zunftzeichen der Brauer der Region, genauer der Zoiglbrauer. Das untergärige Bier wird hier in der Oberpfalz schon seit dem Spätmittelalter gebraut, meistens in sogenannten Kommunbrauhäusern. In solchen gemeinschaftlichen Brauhäusern kann jede Person, die ein Braurecht hat, ihr Zoigl brauen lassen. Dieses Braurecht ist übrigens im Grundbuch und somit auch mit den Grundstücken verankert. Wie die Windischeschenbacher zu sagen pflegen: „Augen auf bei der Grundstückswahl!“ Wo es einst in 75 oberpfälzischen Orten Tradition war, Zoigl zu brauen, sind heute nur noch fünf übrig. Dort wird der Zoigl traditionell in sogenannten Zoiglstuben ausgeschenkt. Da jeder Brauer sein eigenes Rezept verwendet, schmeckt übrigens auch jeder Zoigl etwas anders. Doch beim Zoigl geht es um mehr als nur den Geschmack, das Stichwort ist Gemeinschaft. In einem Beitrag vom oberpfälzischen Youtube-Kanal Onetz schaut Reinhard Fütterer in die Kamera. Der windischeschenbacher Zoiglwirt hat in seiner Hand sein geliebtes Bier, unterhält sich mit der Moderatorin über die Brautradition und seine Augen leuchten, als er sagt: „Es sind alle gleich vor dem Zoigl.“

 

 

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