Axel Polsfuss, Kloster_Lorsch_(2), CC BY-SA 4.0



Touristische Unterrichtungstafeln (Hinweisschilder) befinden sich auf der A5.

Weltkulturerbe Kloster Lorsch
UNESCO-Welterbe Kloster Lorsch
Nibelungenstraße
64653 Lorsch
info@kloster-lorsch.de

+49 (0) 62 51/ 5 14 46

http://www.kloster-lorsch.de/
https://de.wikipedia.org/wiki/Kloster_Lorsch
erstellt:
13.01.2017
aktualisiert:
02.11.2023
Der Mittelpunkt Europas lag früher einmal in Lorsch. Fast das gesamte Mittelalter über war das ansässige Kloster ein einzigartiges politisches und kulturelles Machtzentrum. Das ist auch der Grund, warum das Kloster heute zum Weltkulturerbe zählt. Dabei sind die Anfänge bescheiden. Die Gründung im Jahr 764 geht zurück auf eine Familie aus der fränkischen Oberschicht. Sie schenkte das Kloster dem Erzbischof Chrodegang von Metz. Dieser war zu dieser Zeit der einzige Erzbischof nördlich der Alpen. Chrodegang verschaffte dem Kloster die Reliquien des Nazarius. Der Märtyrer war zwar kein bedeutender Heiliger, aber als seine Gebeine feierlich nach Lorsch übertragen wurden, rückte das Kloster plötzlich in den Blickpunkt der großen Geschichte. Eine Reliquie zu besitzen war damals nämlich eine Garantie für Reichtum und Besitz. Tatsächlich gehörte Lorsch bald zu den reichsten Klöstern östlich des Rheins. 772 schenkte Chrodegangs Nachfolger das Kloster schließlich Karl dem Großen. Ein geschickter Schachzug, denn nun war Lorsch Königskloster und entwickelte sich somit zu einem der wichtigsten Schauplätze der großen Politik. Die Machthaber der damaligen Zeit etwa trafen sich von dort an in Lorsch. Mit der politischen Bedeutung wuchs auch die geistliche und kulturelle Ausstrahlung. Rund 100 Jahre nach seiner Gründung wurde das Kloster dann Grablege des ersten deutschen Königs Ludwig, auch „der Deutsche“ genannt. 1052 besuchte sogar Papst Leo IX. das Kloster. Im 13. Jahrhundert jedoch verlor Lorsch allmählich an Bedeutung. Es geriet zwischen die Mühlsteine der Macht und büßte seine Unabhängigkeit ein. Heute aber leben große Teil des einstigen Machtzentrums an anderen Orten weiter. So gehören viele Werke der Lorscher Bibliothek mittlerweile zur Heidelberger Universitätsbibliothek.

 

 

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