Neustädtler, Waldkraiburg, CC BY-SA 3.0
Touristische Unterrichtungstafeln (Hinweisschilder) befinden sich auf der A94.
Waldkraiburg Vom Bunker zur Erlebnisstadt
Stadt Waldkraiburg
Stadtpl. 26
84478 Waldkraiburg
stadt@waldkraiburg.de
+49 8638 959 0
https://www.waldkraiburg.de/
https://de.wikipedia.org/wiki/Waldkraiburg
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erstellt:
07.07.2020
aktualisiert:
25.04.2024
Auf eine lange Geschichte kann die Stadt Waldkraiburg im oberbayrischen Landkreis Mühldorf am Inn nicht zurückblicken. Noch nicht einmal 100 Jahre ist die Stadt alt. Trotz ihrer Kürze, ist die Geschichte des Ortes aber sehr intensiv. Waldkraiburg ist eine von fünf bayrischen Vertriebenenstädten, die erst nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden. Ganz in der Nähe vom heutigen Waldkraiburg loteten Nazis 1938 ein Waldgebiet als den perfekten Standort für ein Pulverwerk aus. Gut versteckt zwischen den Bäumen des Mühldorfer Harts mussten in den Folgejahren mehrere tausend Zwangsarbeitende in 400 bis 500 unterirdischen Bunkern Pulver für den Krieg herstellen. Mehr als 2000 Häftlinge wurden dabei ermordert, teilweise wurden ihre Leichen in den Bunkern einbetoniert. Nach Kriegsende sprengten die Amerikaner große Teile der Anlage. Einige Flüchtige wandelten die Bunker allerdings in Wohnhäuser und eigene Betriebe um. Aus vielen Ecken Europas kamen Heimatvertriebene zum nahegelegenen Bahnhof, um in der neugeschaffenen Industriesiedlung Fuß zu fassen. Dabei wuchs die Siedlung so schnell, dass der Ort 1960 zur Stadt erhoben wurde. Heute ist Waldkraiburg eine florierende Stadt: Austragsort der Kleinen Landesgartenschau in Bayern, Haus der Kultur und seit jüngster Zeit verfügt es auch noch über den „Bunker 29“. Letzteres ist ein Museum in einem ehemaligen Bunker, das an die Geschichte des Pulverwerkes, aber auch an die eigens aufgebaute Industrie der Anwohnenden nach dem Zweiten Weltkrieg erinnern soll. Auch, wenn die NS-Geschichte im Alltag des Ortes kaum mehr eine Rolle zu spielen scheint – vergessen werden soll sie nicht.
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