Karl-Heinz Meurer / Charlie1965nrw, Cappenberg_Mittelschiff, CC BY-SA 3.0



Touristische Unterrichtungstafeln (Hinweisschilder) befinden sich auf der A1.

Schloss Cappenberg
erstellt:
11.05.2021
aktualisiert:
28.08.2024
Mitten im Grünen, umgeben von Birkenwäldern steht ein helles einfaches Gebäude. Ein schlichter weißer Bau von drei Etagen mit roten, spitz zulaufenden Dächern, ein Vorbau mit einem Säulendurchgang am Haupteingang als einzige Zierde. Schloss Cappenberg – man könnte es bei diesem Anblick vermuten – war lange Zeit ein Kloster der römisch-katholischen Prämonstratenser. Die Umwandlung vom Schloss zum Kloster geht auf einen Machtkampf zwischen Kirche und Adel im 12. Jahrhundert zurück. Zu dieser Zeit befand sich der deutsch-römische Kaiser Heinrich V. mit dem Papst in einem Kampf um Macht und Einfluss. Die Grafen von Cappenberg – Gottlieb und sein Bruder Otto – stellen sich auf Seite des Papstes, müssen sich jedoch nach einer verlorenen Schlacht zurückziehen. Gottlieb, der einer Strafe entgehen will, spendet seine Ländereien und das Schloss an einen Orden, Prémontré genannt, und entgeht so einer schlimmeren Strafe. Allerdings kann der Sieg Heinrichs umgekehrt werden. Das Wormser Konkordat besiegelt eine Einigung zwischen Heinrich V. und dem damaligen Papst Calixt II. Gottlieb kann nach dem Abschluss des Konkordats als Heiliggesprochener nach Cappenberg zurückkehren. Er gründet dort nach seiner Rückkehr das 1. Prämonstratenser-Kloster im deutschsprachigen Raum. Erst im 18. Jahrhundert, im Rahmen der Säkularisierung durch die Napoleonischen Kriege, wird das Haus wieder weltlich. Es geht in preußischen Staatsbesitz und anschließend in Privatbesitz über. Heute ist ein Teil davon Museum, in dem die Stiftung Preußischer Kulturbesitz Ausstellungen zeigt.

 

 

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