Andreas Lippold, Ringheiligtum_Pömmelte_im_Sommer, CC BY-SA 4.0



Touristische Unterrichtungstafeln (Hinweisschilder) befinden sich auf der A14.

Ringheiligtum Pömmelte
erstellt:
17.05.2021
aktualisiert:
18.07.2024
Dass in Sachsen-Anhalt das „Deutsche Stonehenge“ steht, wie es so oft genannt wird, ist nur halb richtig. Zwar gibt es hier in Pömmelte einen heiligen Ring, der für Riten und Opfergaben verwendet wurde und auch im Durchmesser genauso groß ist wie Stonehenge. Allerdings war Pömmelte eigentlich die Vorlage für Stonehenge, das erst später errichtet wurde. Denn bereits vor rund 4.000 Jahren wurde das Ringheiligtum Pömmelte erbaut, und zwar nicht aus Stein, sondern aus Holzpfählen. Dass der Ort besonders heilig war, erkennt man an den Opferschächten, in denen Archäologen sogar Menschenopfer fanden. Und genau wie in Stonehenge wurde auch das Ringheiligtum in Pömmelte an der Sonne orientiert. Die beiden Haupteingangstore richten sich an dem Sonnenaufgang und Sonnenuntergang der sogenannten Mittvierteljahresfeste aus. Noch nie gehört? Bei den Christen wird eines der beiden Mittvierteljahresfeste heute immer noch gefeiert, wenn auch in anderer Form: Mariä Lichtmess. Forschende haben inzwischen viel Wissen über die Kreise angehäuft, die inzwischen wieder aufgebaut wurden. Eines bleibt in Pömmelte allerdings ein Rätsel: Es muss ein Ereignis gegeben haben, das den Ort entweiht hat. Denn es lässt sich nachvollziehen, dass das Heiligtum zu einem bestimmten Zeitpunkt „rituell abgebaut“ wurde. Die Holzpflöcke wurden herausgerissen, verbrannt und die Asche wurde wieder in die Löcher gefüllt. Wenige Kilometer weiter wurde daraufhin wieder ein Ringheiligtum aufgebaut. Leider lässt es sich nur munkeln, was dieses Ereignis gewesen sein könnte.

 

 

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