Flodur63, Memmingen_-_Marktpl_Nr_16_Steuerhaus_v_O, CC BY-SA 4.0



Touristische Unterrichtungstafeln (Hinweisschilder) befinden sich auf der A7 und der A96.

Memmingen Stadt der Freiheitsrechte
erstellt:
09.08.2023
aktualisiert:
25.07.2024
Das 15. und 16. Jahrhundert war eine große Zeit des Aufbruchs. Der Buchdruck wurde erfunden, europäische Staaten starteten ihre Invasionen in aller Welt, Martin Luther reformierte und all das passierte unter Ernteausfall der kleinen Eiszeit und Ausbruch der Pest. Es ist nicht übertrieben zu behaupten, dass es so eine Welt bis dato noch nie gegeben hat. Es schien, als würde an jeder Ecke etwas verändert werden. Und die Veränderung kam nicht etwa nur von oben. Vor allem der gemeine Mann, also Bauern, Weber und die allgemeine Bevölkerung wollten etwas verändern. Denn auch, wenn es um die Jahrhundertwende schon ein Justizsystem gab – Rechte hatten sie keine. Es mussten Abgaben an die Obrigkeit und die Kirche geleistet werden, Existenzängste plagten die Menschen. Und so entschloss sich das Bürgertum bald, eine Revolution zu starten: der Bauernkrieg brach aus, es wurde bitterlich gekämpft. Nicht aber in Memmingen. Februar 1525 – Auftritt Sebastian Lotzer. Der als Autor von reformatorischen Flugblättern bekannt gewordene Heerschreiber des Baltringer Haufens, also der bürgerlichen Revolutionsgruppe von Baltringen, sollte eine Schrift verfassen: 27 Dörfer der Region hatten sich zusammengeschlossen, um die „Zwölf Artikel“ aufzusetzen. In ihnen wurden die ersten Freiheitsrechte für Bauern gefordert. Diese Artikel legen den Grundstein für die heutige Verfassung. Und in einer Form auch für die deutsche Demokratie. Denn in Memmingen wollte das Bürgertum nicht mit Waffen kämpfen, sondern alleine mit Diskussionen.

 

 

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