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Limes Bauland Heimat des Grünkerns
erstellt:
03.07.2020
aktualisiert:
05.03.2024
Auch, wenn der Name danach klingt – das Bauland im nordöstlichen Baden-Württemberg hat erst einmal wenig mit einem viel bebauten Land zu tun. Zumindest nicht im architektonischen Sinne. Angebaut wurde hier nämlich sehr wohl, zuerst die namensgebenden Bohnen, die mittelhochdeutsch pône hießen. Ponland, also Land, in dem Bohnen angebaut wurden, wurde zu Bauland und schließlich bekam die Region auch noch einen weiteren Namenszusatz: Heimat des Grünkerns. Der heute weit unbekannte Grünkern ist die unreife Vorstufe des Dinkels, der meist aus der Not heraus geerntet wurde, der Region aber zeitweise zu einer wirtschaftlichen Monopolstellung verhalf. Heute ist das vergessene Getreide eine Spezialität der Region – egal ob in Suppen oder als Grünkernküchle. Die anfängliche Erwähnung fehlender Architektur im Bauland stimmt so allerdings auch nicht ganz: schon die Römer hatten nämlich eine Affinität für die Region und nutzten einen 500 Kilometer langen Limes als Abgrenzung ihres Reiches. Durch den Obergermanisch-Raetischen Limes wurde Schmuggel verhindert, die Wirtschaft kontrolliert und nicht zuletzt auch die Macht des Reiches demonstriert. Wer hätte gedacht, dass mitten in Deutschland mal eine badische „chinesische Mauer“ stand, noch dazu in dem Land, das als Heimat für den Grünkern bekannt ist. Letzterer wird übrigens in Kennerkreisen auch als „badischer Reis“ bezeichnet.

 

 

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