PaulT (Gunther Tschuch), KM_Rathaus, CC BY-SA 3.0
Touristische Unterrichtungstafeln (Hinweisschilder) befinden sich auf der A4.
Lessingstadt Kamenz
Tourist-Information
Schulplatz 5
01917 Kamenz
kamenzinformation@kamenz.de
+49 (0) 35 78/ 37 92 05
http://kamenz.de
https://de.wikipedia.org/wiki/Kamenz
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erstellt:
04.01.2017
aktualisiert:
15.11.2023
„Jeder Mensch hat seinen Stil, sowie seine eigene Nase.“ Dieses Zitat stammt von Gotthold Ephraim Lessing, einem der bekanntesten deutschen Schriftsteller und Philosophen. Er wurde am 22. Januar 1729 in der sächsischen Stadt Kamenz geboren und verbrachte hier seine ersten zwölf Lebensjahre. Heute kennen wir ihn vor allem wegen seiner berühmten Dramen wie „Nathan der Weise“ oder „Emilia Galotti“ – dass er auch Lieder, Fabeln und Sinngedichte schrieb, ist eher Literaturwissenschaftlern geläufig. Eines dieser Sinngedichte trägt den Titel „Auf eine lange Nase“ und hat folgenden Inhalt: „O aller Nasen Nas'! Ich wollte schwören, das Ohr kann sie nicht schnauben hören.“ Auch der Ausspruch „ich habe für die Nase, als Nase, alle Hochachtung“ stammt aus seiner Feder. Jetzt fragen Sie sich vielleicht: Wieso nur schrieb der Mann immerzu über Nasen? Vielleicht hatte es etwas mit seiner Geburtsstadt zu tun, deren Einwohner ein ganz besonderes Verhältnis zu diesem Körperteil zu haben scheinen. Denn in Kamenz kann man Nasen sogar essen. „Kamenzer Nasen“ sind eine Delikatesse, eine Art Pfefferkuchen mit Schokoladenüberzug. Und die Bewohner der Nasenstadt Kamenz nennt man Riecher! Woher das kommt? Die Geschichte geht auf eine Episode im Dreißigjährigen Krieg zurück. Damals zog ein feindliches Heer unter dem Regiment des Kurfürsten von Sachsen auf die Stadt zu. Da die Kamenzer keine Chance hatten, ihre Stadt zu verteidigen, schickten sie den Angreifern einige Abgesandte entgegen und übergaben dem Feind die Stadt. Als der Kurfürst die Kamenzer angehört hatte, lachte er und rief: „Die haben’s gerochen!“ Seitdem heißen die Kamenzer „die Riecher“. Die Kapitulation von damals hat bis heute sichtbare Folgen. Denn die Stadt wurde verschont, und so kann man heute noch bei einem Gang durch die historische Altstadt den ursprünglichen Grundriss aus dem Jahr 1225 erkennen. Leider nicht mehr erhalten ist Lessings Geburtshaus, das bei einem Stadtbrand vernichtet wurde. Aber seit 1931 gibt es in Kamenz ein repräsentatives Museum, in dem Besucher in das Leben und Werk Lessings eintauchen können. Zur Erinnerung an den berühmten Dichter finden außerdem jedes Jahr die Lessing-Tage statt und alle zwei Jahre wird in Kamenz der Lessing-Preis des Freistaates Sachsen verliehen.
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