Florian Koppe, Neues_Rathaus_Leipzig,_Vorderansicht, CC BY-SA 3.0



Touristische Unterrichtungstafeln (Hinweisschilder) befinden sich auf der A9 und der A14.

Leipzig Friedliche Revolution 1989
Tourist-Information
Katharinenstraße 8
04109 Leipzig
info@ltm-leipzig.de

+49 (0) 3 41/ 71 04 26 0

http://www.leipzig.travel/
https://de.wikipedia.org/wiki/Leipzig
erstellt:
26.04.2017
aktualisiert:
14.11.2023
Wer heute durch die Innenstadt von Leipzig flaniert, die aufwändig sanierten Gründerzeitviertel bewundert oder in das pulsierende Nachtleben in den Szenevierteln eintaucht, kann sich nur schwer vorstellen, wie die Stadt Ende der 1980er-Jahre aussah: Grau, kaputt und trostlos. So wie der Rest der Deutschen Demokratischen Republik. In den Städten verfielen die Häuser, die Versorgungslage war jämmerlich und die Umweltverschmutzung hatte gesundheitsgefährdende Ausmaße angenommen. Einige versuchten, diesem deprimierenden Zustand mit einem Ausreiseantrag zu entfliehen, die meisten Menschen jedoch schienen sich mit den Verhältnissen abgefunden zu haben. Es gab aber auch eine kleine Gruppe von Menschen, die die Hoffnung noch nicht aufgegeben hatten. Sie trafen sich meist im Schutz von Kirchen, um über Veränderungen in der Gesellschaft zu diskutieren. In Leipzig fanden solche Zusammenkünfte seit Anfang der 80er-Jahre vor allem in der Nikolaikirche statt. Im Lauf kamen immer mehr Menschen zu den sogenannten montäglichen Friedensgebeten. Aus Hunderten Teilnehmern wurden Tausende, bald schon Zehntausende, die sich im Anschluss an die Gebete in der Leipziger Innenstadt versammelten und für demokratische Grundrechte und Freiheit demonstrierten. Am 9. Oktober 1989 waren so viele Bürger dabei wie noch nie. Trotz eines massiven Polizeiaufgebots und der Gefahr einer blutigen Zerschlagung demonstrierten 70.000 Menschen friedlich auf dem Innenstadtring. Die Bilder von dieser Demonstration gingen um die Welt und schon bald fanden auch in anderen Städten der DDR Kundgebungen gegen die SED-Herrschaft statt. Der Rest ist Geschichte: Einen Monat nach der Leipziger Montagsdemonstration fällt in der Nacht vom 9. November die Berliner Mauer, im März 1990 finden in der DDR erstmals freie Wahlen statt und ein Jahr nach der friedlichen Revolution, die von Leipzig ausging, kommt es am 3. Oktober 1990 zur Deutschen Wiedervereinigung.

 

 

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