W. Bulach, 01_Kloster_Kirchberg_(Ev._Tagungsstätte_bei_Sulz_am_Neckar), CC BY-SA 4.0



Touristische Unterrichtungstafeln (Hinweisschilder) befinden sich auf der A81.

Kloster Kirchberg
Johanniskirche Kloster Kirchberg
72172 Sulz am Neckar
empfang@klosterkirchberg.de

07454/883-0

https://www.klosterkirchberg.de/
https://de.wikipedia.org/wiki/Kloster_Kirchberg
erstellt:
03.07.2020
aktualisiert:
12.10.2023
Mehrere Hollywoodstreifen könnte man aus der Geschichte dieses Klosters drehen. Sie beginnt 1237: Bis in die adligen Kreise hinein herrscht in Süddeutschland eine religiöse Aufbruchsstimmung. Burkhard III. von Hohenberg gründet Kloster Kirchberg, den wahrscheinlich ersten weiblichen Orden der Dominikaner. Nach zehn Jahren leben bereits 60 Adlige und reiche Bürgerstöcher der Umgebung hier. Doch ihre fromme Gesinnung lässt bald nach. In einer Chronik wird das Kloster als Vergnügungslokal für die Junker der Gegend geschildert. 1516 schaut ein Generalvikar vorbei und ruft die Nonnen zur Ordnung auf – vergebens. Es beginnen die Bauernkriege und mit ihnen schwere Zeiten für die Dominikanerinnen. Erst wird das Kloster durch mehrere Brände zerstört, dann hält 1530 die Pest Einzug. Nur eine einzige Nonne, die sich in der Apotheke versteckt hält, überlebt. 1546 werden 39 Dominikanerinnen aus dem evangelischen Pforzheim nach Kirchberg geschickt. 18 Prediger haben erfolglos versucht, sie zu Protestantinnen zu erziehen, nun dürfen sie hier nach ihrer Façon leben. Sie werden 32 Mal ausgeplündert und schaffen es doch, eine Klosterkirche samt Barockorgel zu bauen. Eine Schenke und Stallungen deuten auf viele Besucher hin. 1806 wird das Kloster aufgehoben, die Nonnen dürfen aber bis zu ihrem Tode wohnen bleiben. Später zieht eine Ackerschule in das Gebäude. 1868 werden Teile des Klosters abgebrochen und zum Wiederaufbau der brandgeschädigten Stadt Rosenfeld verwendet. In jüngerer Zeit sind sie bei Renovierungen wieder aufgetaucht. Seit 1965 betreibt die evangelische Michaelisbruderschaft im Kloster ein Einkehr- und Tagungshaus. Die Ackerschule wurde im Jahr 2000 wieder eröffnet.

 

 

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