User:Matthias Süßen, GPStest_msu2017-0228, CC BY-SA 4.0



Touristische Unterrichtungstafeln (Hinweisschilder) befinden sich auf der A7.

Jüdisches Museum Rendsburg
Jüdisches Museum Rendsburg
Prinzessinstraße 7–8
24768 Rendsburg
info@jmrd.de

49 (0) 43 31/ 44 04 30

http://www.schloss-gottorf.de/
https://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCdisches_Museum_Rendsburg
erstellt:
24.02.2017
aktualisiert:
30.11.2023
Wir schreiben das Jahr 5604: Die Gemeinde Rendsburg legt den Grundstein für die Synagoge. Allerdings ist das keine Zukunftsvision. Rendsburg hatte nämlich bis zur Neuzeit einen jüdischen Kalender. Die beigelegten Münzen bei der Synagoge sind aus der Zeit des dänischen Königs Christian VIII. Der Bau begann nach christlicher Zeitrechnung somit 1844. Und heute ist hier das Jüdische Museum. In der Mikwe, dem ehemaligen Ritualbad, zeigt das Museum die Geschichte und das Gemeindeleben der jüdischen Bevölkerung Rendsburgs. Zahlreiche Kultgegenstände veranschaulichen das religiöse Leben. Ein Höhepunkt ist auch die Ausstellung „Jüdische Künstler, jüdische Themen“ . Dort sind die Drucke des Berliner Malers Max Liebermann zu sehen. Aber auch Felix Nussbaum, Rudolf Levi und Ludwig Meidner sind vertreten. Jüdischen Themen widmen sich auch die Werke von Lovis Corinth, Oskar Kokoschka und des Zeichners und Graphikers Horst Janssen. Sie sind in der ehemaligen Talmud-Tora-Schule ausgestellt, direkt beim jüdischen Museum in Rendsburg. Die Schule war eine Grundschule, in der man Schüler auch in Religion und Hebräisch unterrichtete. Wechselausstellungen im ehemaligen Betsaal der Synagoge ergänzen das Programm. Eingerichtet wurde das Museum Ende der achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts. Es ist eines der wenigen jüdischen Museen in Norddeutschland. Von besonderer Bedeutung ist es, weil hier ein vollständiges Gemeindezentrum mit Synagoge, Mikwe und Schule erhalten ist. Bei der Einweihung der Synagoge 1845 erlebte die jüdische Gemeinde ihre Blütezeit. Sie hatte 300 Mitglieder. Zehn Jahre zuvor hatte sie die Talmud-Tora-Schule bauen können. Erst 1692 durften sich Juden mit königlichem Privileg im Stadtteil Neuwerk niederlassen, vorausgesetzt, sie bauten dort ein Haus. Nach der rechtlichen Gleichstellung im neunzehnten Jahrhundert konnten sie ihren Wohnort frei wählen. Deswegen zogen viele Mitglieder der Gemeinde u.a. nach Kiel und Lübeck. An die als Juden verfolgten Bürger Rendsburgs erinnert eine Gedenktafel im Hof des Museums.

 

 

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