Jörg braukmann, St._Marcellinus_und_Petrus_(Seligenstadt), CC BY-SA 4.0



Touristische Unterrichtungstafeln (Hinweisschilder) befinden sich auf der A3.

Historische Altstadt Seligenstadt
erstellt:
18.12.2020
aktualisiert:
17.01.2024
Die Geschichte von Seligenstadt beginnt mit einem saftiger Skandal. Einhard, ein Berater Kaiser Karls des Großen, war mit der Tochter seines Dienstherren durchgebrannt. Imma und Einhard flüchteten aus der Aachener Pfalz nach Mühlheim am Main. Kaiser Karl war „not amused“, um es vorsichtig zu sagen. Erst Jahre später traf er durch Zufall seine flüchtige Tochter und ihren Gatten wieder. Und zwar in Mühlheim. Er verzieh den beiden und rief aus: „Selig sei die Stadt genannt, wo ich meine Tochter wieder fand.” Und seitdem heißt Mühlheim Seligenstadt. Einhard wurde zum Wohltäter der Stadt, die ihm als Liebesnest gedient hatte. Das sichtbarste Zeichen seiner Dankbarkeit ist die Einhards-Basilika aus dem 13. Jahrhundert. Es ist die größte aus der Karolingerzeit stammende Basilika nördlich der Alpen. Um nämlich die Wirtschaftskraft des kleinen Ortes anzukurbeln, hatte Einhard den im Mittelalter üblichen Weg gewählt und in Rom die Gebeine der Märtyrer Marcellinus und Petrus gekauft. Um ihnen einen würdigen Rahmen zu schaffen, begann er 830 mit dem Bau des Gotteshauses. Das kleine Maindorf boomte in den nächsten Jahren und wurde zum bedeutendsten Wallfahrtsort des Frankenreiches. Wer heute die Märtyrergebeine sehen will: Sie ruhen in einem kostbaren Reliquienschrein unter dem Hauptaltar. In der Basilika findet man auch die Gebeine von Einhard und Imma. Einhard dankte seinem Schwiegervater, indem er eine große Biographie Karls des Großen schrieb. An ihn erinnert das Einhard-Haus in der Altstadt. Einhard schaut noch heute aus der Giebelluke des Erkers heraus. In einen Balken hat man den Segensspruch Kaiser Karls eingraviert, der der Stadt den Namen gab.

 

 

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