Doris Antony, Berlin, Grabow_Zwerchhaus, CC BY-SA 3.0



Touristische Unterrichtungstafeln (Hinweisschilder) befinden sich auf der A14.

Grabow Fachwerkstadt an der Elde
erstellt:
19.05.2021
aktualisiert:
18.07.2024
Eine Planstadt? In Mecklenburg? Wer dachte, dass sich nur Brasília, Neu-Delhi und Sankt Petersburg an Bebauungspläne halten, hat wahrscheinlich noch nicht Grabow im Landkreis Ludwigslust besucht. Läuft man durch die Straßen der Stadt, scheint erst einmal nichts allzu erstaunlich. Natürlich, eine schöne Stadt, Fachwerkhaus reiht sich an Fachwerkhaus – aber wo ist da der Plan? Im Jahre 1725 wurde der an der Elde gelegene Ort von einem schweren Feuer heimgesucht. Annähernd alle Gebäude der Stadt brannten nieder, sogar das Rathaus und die Kirche. Grund dafür war, dass sich auf engstem Raum nicht nur Wohnhäuser aneinander reihten, sondern auch Scheunen dazwischen gebaut worden waren. Die vielen Strohdächer, das Korn und das Futter in den Scheunen stachelten das Feuer bis ins Unermessliche an. Nach dem Feuer fingen einige Menschen sofort den Wiederaufbau an. Ein Unternehmen, das bald darauf schon wieder gestoppt wurde, diesmal von Herzog Karl Leopold von Mecklenburg-Schwerin. Dieser erließ nach wenigen Tagen ein Bauverbot – alles sollte von hier aus einheitlich vonstattengehen. Ausschließlich Wohn-, Handwerker- und Handelshäuser im Fachwerkstil waren zu bauen, die Scheunen mussten ausgelagert werden. Straßen sollten geradliniger werden und Häuser mindestens zwei und maximal drei Stockwerke hoch sein. Auch, wenn viele der Vorgaben umgesetzt wurden – so ganz ließen sich die Grabower in ihren Häusern doch nicht einschränken. Und so ist das Stadtbild heute geprägt von wunderschön geplanten Fachwerkhäusern und eigentlich verbotenen Giebelhäusern. Der Schönheit der Stadt tut das keinen Abbruch.

 

 

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