Simon-Martin, Nissenhuette_Lager_Friedland_2018-06, CC BY-SA 4.0
Touristische Unterrichtungstafeln (Hinweisschilder) befinden sich auf der A38.
Friedland Tor zur Freiheit
Tor zur Freiheit
L1001
37133 Friedland
info@friedlandtourismus.de
05504 8020
https://www.friedland-tourismus.de/
https://de.wikipedia.org/wiki/Grenzdurchgangslager_Friedland
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https://de.wikipedia.org/wiki/Grenzdurchgangslager_Friedland
erstellt:
12.11.2017
aktualisiert:
17.11.2023
Grenzdurchgangslager: Was so bürokratisch klingt, bezeichnet einen Ort, an dem viele Menschen das erste Mal wieder durchatmen konnten, nachdem sie Krieg und Flucht, Vertreibung und Auswanderung überstanden hatten. Friedland war für sie der Name für einen Neuanfang. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges waren Millionen Menschen ohne Heimat, hatten ihre Wohnung verloren oder suchten ihre Angehörigen. Deshalb richtete die Britische Militärverwaltung in Friedland ein Auffanglager ein. Viele Flüchtlinge und Vertriebene aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten fanden hier eine erste Anlaufstelle, wo es etwas Warmes gab und ein Bett zum Ausruhen. Auch Soldaten, die aus der Armee entlassen waren und nicht zuletzt Kriegsgefangene, die erst Jahre nach dem Krieg zurückkamen, fanden hier Aufnahme. Später sind es die Spätaussiedler aus Polen und der Sowjetunion, die hier Zwischenstation machen. Hier bekommen sie den Aufnahmebescheid und werden auf die übrigen Bundesländer verteilt. In Friedland gibt es auch ein Wohnheim für Spätaussiedler und eine Aufnahmestelle für jüdische Auswanderer aus den Staaten der ehemaligen Sowjetunion. Bis heute sind über 3,6 Millionen Menschen über das Grenzdurchgangslager nach Deutschland gekommen. Vor allem praktische Gründe spielten eine Rolle, gerade hier ein Lager einzurichten. In der Nähe stießen 1945 die russische, amerikanische und britische Besatzungszone aufeinander. In Friedland gab es einen Bahnhof und eine gut ausgebaute Straße. Das und die leer stehenden Stallgebäude des Versuchsgutes der Universität Göttingen veranlassten die Briten hier ein Auffanglager einzurichten. Schnell wurde es durch Blechbaracken, erweitert. Später kamen Holzbaracken und gemauerte Gebäude hinzu. Heute werden alle Spätaussiedler, die in Deutschland ankommen, in Friedland registriert.
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