Derzno, 2020_Altdorf_Silbergasse_2_01, CC BY-SA 4.0



Touristische Unterrichtungstafeln (Hinweisschilder) befinden sich auf der A3 und der A6.

Festspielstadt Altdorf Historische Universität
Stadt Altdorf b. Nürnberg
Röderstraße 10
90518 Altdorf b. Nürnberg
stadt@altdorf.de

+49 (0) 9187 807-0

http://www.altdorf.de
https://de.wikipedia.org/wiki/Altdorf_bei_N%C3%BCrnberg
erstellt:
28.11.2016
aktualisiert:
17.05.2023
Es ist der 29. August des Jahres 1599, als sich der sechzehnjährige Albrecht von Waldstein in der Universität Altdorf einschreibt. Er wird nur ein Jahr hier bleiben, sich „in der kurtzen Zeit her, so er zu Altorff gewesen und studirn sollen, sich in mancherley weiß allerley unruhe und muetwillens unterstanden“, heißt es in einem Brief des Nürnberger Rats an den Rektor der Altdorfer Universität. Der junge Student Waldstein ist bei einem Mord zugegen, später misshandelt er seinen Diener mit einer Peitsche. Im Sommer 1600 zieht es ihn weiter nach Frankreich und Italien, wo er in Padua und Bologna weiter studiert. Reichlich 20 Jahre später ist er Oberbefehlshaber der kaiserlichen Armee im Dreißigjährigen Krieg. Er wird 1634 ermordet, spätestens aber mit Friedrich Schillers Dramen-Trilogie „Wallenstein“ unsterblich. Die kleine Stadt Altach erinnert an ihren berühmten Studenten seit 1894 mit den „Wallenstein-Festspielen“ im Hof der historischen Universität, die 1806 geschlossen wurde. Alle drei Jahre werden Schillers „Wallenstein“ sowie das zu den ersten Festspielen uraufgeführte Volksschauspiel „Wallenstein in Altach“ gegeben. Die Aufführungen der Stücke werden in ein mittelalterliches Volksfest eingebunden, das sich über beinahe die ganze Altstadt erstreckt und an das Lagerleben des 17. Jahrhunderts erinnert – mit kostümierten Landsknechten und Musketieren, einem Feldlazarett, einem Lager der Bürgerwehr und einem Zigeunerlager vor der Stadt. Bei einem großen Festumzug ziehen die über 600 Darsteller und Darstellerinnen durch Altdorf, die Stadt, in der der große Wallenstein noch ein studierender Rüpel war. Und in der übrigens der Universalgelehrte Gottfried Wilhelm Leibniz promovierte, weil man ihn in Leipzig mit 20 noch zu jung dafür hielt. Aber das ist eine andere Geschichte.

 

 

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