Frank Vincentz, Knappenrode_-_Energiefabrik_-_Brikettfabrik_07_ies, CC BY-SA 3.0



Touristische Unterrichtungstafeln (Hinweisschilder) befinden sich auf der A4.

Energiefabrik Knappenrode
Energiefabrik Knappenrode
Ernst-Thälmann-Straße 8
02977 Hoyerswerda
info-energiefabrik@saechsisches-industriemuseum.com

+49 (0) 35 71/ 60 42 67

http://www.energiefabrik-knappenrode.de
https://de.wikipedia.org/wiki/Energiefabrik_Knappenrode
erstellt:
04.01.2017
aktualisiert:
15.11.2023
Eine Kathedrale der Arbeit- so hat der Generaldirektor der Energiefabrik Knappenrode Joseph Werminghoff seine Fabrik bezeichnet. Inmitten des Lausitzer Seenlandes wurde Anfang des 20. Jahrhundert das große Industriegebäude errichtet, nachdem man in der Nähe die erste Braunkohlegrube erschlossen hatte. Hier wurde das „Gold der Lausitz“, also die Braunkohle, zu Briketts gepresst. Dazu hat man natürlich viele Arbeitskräfte und Spezialisten benötigt. Daher hat Generaldirektor Werminghoff direkt vor den Werkstoren eine Siedlung mit modernen Wohnungen bauen lassen: Das sollte die Arbeiter anlocken und aber auch den Bauern einen Anreiz liefern, gegen das Versprechen auf eine sichere Arbeit, ihr Land zu verkaufen- denn darunter verbarg sich die benötigte und wertvolle Braunkohle. 75 Jahre lang hat die Energiefabrik Knappenrode ihre „Anker“-Braunkohlebriketts produziert, bis der Betrieb 1993 eingestellt wurde. Heutzutage lädt die Ausstellung auf dem Fabrikgelände die Besucher ein, mehr über die Energiefabrik Knappenrode zu erfahren und in die Geschichte der Fabrik einzutauchen. Der „Weg der Braunkohle“ führt über 7 Etagen, entlang kilometerlangen Förderbändern und durch die von Kohlestaub geschwärzten Maschinensäle. Fotografien und Filme zeigen, wie es damals aussah, als die Maschinen noch liefen und Erzählungen und Interviews berichten von den Schichten und dem Leben der Arbeiter. An den Maschinen und großen Tellertrocknern vorbei, kommt der Besucher in eine Umkleidekabine der etwas anderen Art: In dem Raum hängen die Stiefel und Arbeitskleidung in Ketten von der Decke. Denn jeder Arbeiter hatte seine eigene Kette und konnte so seine Kleidung sicher in hoher Luft trocknen lassen. Unter den Blaumännern locken die „Schätze der Erde“ die Besucher an, sich näher zu den glitzernden Fundstücken zu beugen. Bergkristalle, Achate und viele andere kostbare Steine, die die Bergmänner in den Gruben fanden, sind hier ausgestellt. Von den Braunkohlegruben über die Förderbänder bis hin zum Umschlagbahnhof, von dem die Briketts dann verschickt wurden- die Besucher können Schritt für Schritt alles über die Braunkohleverarbeitung lernen und so mancher verlässt die Ausstellung mit einem bergmännischen „Glück auf!“.

 

 

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