Andreas Praefcke, Moedlareuth_DDR-Grenzpfosten, CC BY 3.0



Touristische Unterrichtungstafeln (Hinweisschilder) befinden sich auf der A71.

Ehemalige innerdeutsche Grenze 1945-1990
erstellt:
23.06.2020
aktualisiert:
25.04.2024
Kaum 30 Jahre ist es her, dass Deutschland an den Stellen, wo heute nur noch vereinzelt eingestaubte Wachtürme zu sehen sind, von Todeszonen geteilt war. Die berühmte Berliner Mauer war von ihrer Konstruktion im Gegensatz zum Rest der 1400 Kilometer langen innerdeutschen Grenze vollkommen andersartig. Im Rest der DDR befand sich nämlich schon fünf Kilometer vor der eigentlichen Grenzanlage eine Sperrzone. Dort hinein durften nur Menschen mit Sondergenehmigung. Zahlreiche Dörfer, die sich in der Sperrzone befanden, wurden später in der sogenannten „Aktion Ungeziefer“ zwangsgeräumt. Eine steinerne Mauer gab es übrigens an den wenigsten Stellen der Grenze, meistens stand am Ende der Grenzzone ein drei Meter hoher Zaun. Um aber dorthin zu kommen, mussten sich Flüchtige durch ein wortwörtliches Minenfeld schlagen. Selbstschussanlagen, Hundestaffeln, Signalzäune und Sprengminen sollten das unerlaubte Überqueren der Grenze so schwer wie möglich machen. Trotzdem konnte man damit nicht alle DDR-Bürger einschüchtern. Immer wieder versuchten Menschen zu flüchten. Einigen gelang es, vielen jedoch nicht. Die Zahlen zu den Grenztoten der innerdeutschen Grenzen variieren von einigen Hundert bis zu 1.000 Getöteten. Auch auf der Seite der BRD wurden manchmal Menschen erschossen, wenn sie sich zu nah an die Grenze begaben. An zahlreichen ehemaligen Grenzübergängen stehen heute Informationsschilder. Die Atmosphäre der Todeszone können diese Schilder aber wahrscheinlich nur im Ansatz nachstellen.

 

 

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