Steffen Schmitz (more photos), Cochem,_Reichsburg,_2012-08_CN-01, CC BY-SA 3.0 de



Touristische Unterrichtungstafeln (Hinweisschilder) befinden sich auf der A48.

Burg Cochem
Reichsburg Cochem
Schlossstraße 36
56812 Cochem
info@reichsburg-cochem.de

02671 255

https://reichsburg-cochem.de/
https://de.wikipedia.org/wiki/Reichsburg_Cochem
erstellt:
30.09.2020
aktualisiert:
23.10.2023
100 Meter über der Mosel erhebt sich malerisch Burg Cochem auf einem steilen Felsen. Zahllose neogotische Türmchen und Zinnen ragen in den Himmel, im Inneren regiert Ritterromantik. Diese Burg ist ein Traum – und zwar im wörtlichen Sinne. Geträumt hat ihn ein gewisser Louis Ravené, ein reicher Kaufmann und Geheimer Kommerzienrat aus Berlin. Dieser erwarb die Burg im 19. Jahrhundert, buchstäblich aus einer Weinlaune heraus: Nach einer durchzechten Nacht war er morgens plötzlich im Besitz einer Ruine. Denn die mittelalterliche Burg Cochem war schon 150 Jahre zuvor durch französische Truppen verwüstet worden. Seitdem hatten die Cochemer sie als Steinbruch benutzt. Im Geist der Romantik ließ Ravené aus den Überresten ein wahres Märchenschloss bauen. Möbel und Einrichtung wurden äußerst komfortabel und dekorativ gestaltet. Gleichzeitig sollen sie den Eindruck erwecken, aus uralter Zeit zu stammen. Nach Abschluss der Bauarbeiten war die Burg größer und schöner als je zuvor. Um dem Gebäude seinen Stempel aufzudrücken, ließ Ravené persönliche Lebensweisheiten in das Gebälk einbrennen. Im Kavaliershaus etwa ist zu lesen: „Beschütz uns Gott vor Regen und Wind – und vor Gesellen, die langweilig sind“. Nachdem ihn seine Frau verlassen hatte, schrieb Ravené ins Schlafzimmer: „Begehre nie ein Glück zu groß und nie ein Weib zu schön, der Himmel könnte dir dies Los, im Zorne zugestehn.“ Zwei Jahre nach der Fertigstellung der Burg starb Ravené 56-jährig. Theodor Fontane hat der schillernden Gestalt ein literarisches Denkmal gesetzt: Im Roman „L’Adultera“ ist er die Schlüsselfigur „Van Straaten“. Fontane traf ihn so lebensecht, dass er selbst entschied, den Roman erst nach Ravenés Tod erscheinen zu lassen.

 

 

« zurück zur Startseite Reisen