GFreihalter, Fürstenfeldbruck_St._Mariä_Himmelfahrt_242, CC BY-SA 3.0
Touristische Unterrichtungstafeln (Hinweisschilder) befinden sich auf der A8 und der A96.
Barockkirche Fürstenfeld
St. Mariä Himmelfahrt
82256 Fürstenfeldbruck
08141-50160
https://www.fuerstenfeldbruck.de/
https://de.wikipedia.org/wiki/St._Mari%C3%A4_Himmelfahrt_(F%C3%BCrstenfeldbruck)
82256 Fürstenfeldbruck
08141-50160
https://www.fuerstenfeldbruck.de/
https://de.wikipedia.org/wiki/St._Mari%C3%A4_Himmelfahrt_(F%C3%BCrstenfeldbruck)
erstellt:
27.03.2017
aktualisiert:
07.04.2022
Wir schreiben das Jahr 1256: Bayernherzog Ludwig beschleicht ein furchtbarer Verdacht. Sollte seine Gattin Maria von Brabant ihm untreu sein? Ludwig, auch „der Strenge” genannt, hat sich nicht lange mit Zweifeln herumgeschlagen. Um sicher zu gehen, köpfte er lieber seine Maria. Später reute ihn diese Form der Scheidung. Und so kam Ludwig gern der Sühneleistung nach, die ihm von Papst Alexander IV. auferlegt wurden. Er sollte ein Kloster erbauen: das Kloster Fürstenfeld. Die Gründungsurkunde stammt aus dem Jahr 1266. Vier Jahre später wurde mit den Bauten begonnen. Drei Jahrzente später starb Ludwig und wurde in der neu gebauten Klosterkirche beigesetzt. Wo genau, ist heute nicht mehr bekannt. Auch Ludwigs Sohn, Kaiser Ludwig der Bayer, wurde hier beigesetzt. Am Eingang der heutigen Kirche erinnern zwei Figuren an die beiden Könige aus dem Wittelsbacher Geschlecht. Im Dreißigjährigen Krieg wurden die Klosteranlagen zwar schwer beschädigt, allerdings konnte der Abt Balduin Helm den Grundstein für den Bau einer neuen Klosterkirche legen. Architekt war der Hofbaumeister der Wittelsbacher, Giovanni Antonio Viscardi. Er hatte vom Kurfürsten Max Emanuel den Auftrag erhalten, die neue Kirche zu einem „bayerischen Escorial” zu machen, also eine prachtvoll verzierte Halde. Als die Barockkirche nach 40 Jahren Bauzeit 1741 dann endlich geweiht wurde, war sie allerdings noch lange nicht fertig. Die überaus üppige Ausstattung des Innenraums nahm noch weitere Jahrzehnte in Anspruch. Doch dann trennte Deutschland Kirche und Staat zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Wie für viele andere Klöster, war so das Ende für die Abtei Fürstenfeld gekommen. Heute sind die Klostergebäude so etwas wie das kulturelle Zentrum der Kreisstadt Fürstenfeldbruck. Stadtmuseum und Stadtarchiv sind hier untergebracht, es gibt ein Kultur- und Freizeitzentrum und einen großen Veranstaltungssaal. Die Klosterkirche gehört als Nebenkirche zur Pfarrei St. Magdalena in Fürstenfeldbruck. Und bei jedem Gast der Barockkirche gilt das Sprichwort: Nur nicht den Kopf verlieren. König Ludwig "Der Strenge" hat es schließlich auch bereut.
« zurück zur Startseite Reisen